Erwartungen an eine Schule von heute

Durch die veränderten Lebensbedingungen von Kindern in unserer heutigen Gesellschaft kann Schule nicht mehr die Schule sein, die Sie als Kind kennengelernt haben. Die Freiherr-von-Eichendorff-Schule hat es sich zum Auftrag gemacht Ihre Kinder optimal auf die vielfältigen Anforderungen vorzubereiten.

Die Grundschule ist eine „Schule für alle Kinder“:
Die Kinder lernen mit den unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen, unterschiedlicher sozialer Herkunft, Nationalität, Religionszugehörigkeit sowie mit Behinderungen miteinander, voneinander und füreinander.

 
 

Die Schule heute soll Ihre Kinder auf die Welt von Morgen vorbereiten. Die PISA-Studie hat offen gelegt, welche Entwicklungspotentiale noch ausgebaut werden sollen: 

Mehr Selbstständigkeit im Lernprozess

Mehr projektorientiertes Lernen

Mehr Rituale

Mehr Schulkultur und mehr Schulgemeinschaft

Klare Rhythmen von Tag, Woche und Jahr

Mehr beurteilungsfreie Räume

Stärkere Betonung der Unterschiedlichkeit der Kinder

Wir haben uns bereits im Jahr 2002 als einzige selbstständige Schule in Haltern gefragt, wie wir die immer größer gewordene Heterogenität in der Jahrgangsklasse und damit die Unterschiedlichkeit der Kinder zu ihrem Vorteil nutzen können. Dabei haben wir festgestellt, dass wir mit unseren etablierten, offenen Unterrichtsformen bereits den Grundstein für selbstständiges und individuelles Lernen gelegt hatten. Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL) war deshalb die logische Weiterentwicklung unserer pädagogischen Überzeugung.

Obwohl die meisten Schulen an herkömmlichen Jahrgangsklassen festhalten, finden sie in der Realität schon lange keine homogene Gruppe mehr vor:
Die unterschiedlichen Leistungs- und Entwicklungsstände der Kinder sowie der bestehende Altersunterschied von 2 Jahren und mehr  (z. B. durch frühzeitige Einschulung und Kinder, die ein Schuljahr wiederholen) machen die bestehende Heterogenität sehr deutlich.
Einer individuellen Förderung innerhalb Jahrgangsklasse sind Grenzen gesetzt, da Kinder, die aus dem festgelegten Rahmen fallen, die Klassengemeinschaft verlassen müssen.

 

 

GehirnforschungAuch neuere Ergebnisse der Hirnforschung machen deutlich, dass die Annahme falsch ist, die geistig-psychische Entwicklung laufe mit dem Lebensalter parallel. Deshalb machen sich immer mehr Schulen auf den Weg, ihren Kindern das jahrgangsgemischte Lernen zu ermöglichen.

Seit der Auszeichnung unserer Schule mit dem Gütesiegel für Individuelle Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen treten immer mehr Schulen an uns heran, die von unserem Schulkonzept begeistert sind und von uns lernen wollen. In diesem Rahmen hatten wir schon Hospitationen von Schulen aus Marl, Gelsenkirchen, Bocholt, Steinfurt sowie Anfragen aus Hamburg und Berlin. Außerdem wurden wir zur Vorstellung unseres Konzeptes zum Informationstag Jül nach Ascheberg, zur Schulleitersitzung der Stadt Marl, sowie zur Bildungskonferenz des Kreises Recklinghausen eingeladen.

 

 Vorteile und Chancen des jahrgangsübergreifenden Lernens
an der Freiherr-von-Eichendorff-Schule

Wir sehen die bestehenden Unterschiede in der Lernentwicklung der Kinder nicht als Defizite, sondern betrachten jedes Kind in seiner Individualität als Mensch mit Stärken und Schwächen. Lernen wird nicht behindert, sondern durch die unterschiedlichen Kenntnisse und Entwicklungsstände der Kinder bereichert.

Vorteile der Jahrgangsmischung:

Die Kinder wachsen in eine bestehende Klassengemeinschaft hinein und können sich an älteren Schülern orientieren.

Schüler übernehmen bestehende Rituale und vereinbarte Regeln.

Die Kinder erleben in ihrer Schulzeit den Perspektivwechsel vom Hilfesuchenden zum Helfer

Kinder erleben die Unterschiede in der persönlichen Entwicklung, im eigenen Lernstand und in der eigenen Interessenbildung als normal.

Jahrgangsübergreifende Lerngruppen entsprechen der natürlichen sozialen Umgebung (z. B. in der Familie, im Kindergarten und allen anderen Bereichen des Lebens).

Die Unterschiede werden zum Motor des Lernens und der Gruppe.

 

EntwicklungIn jahrgangsgemischten Gruppen steht die individuelle Entwicklung der Kinder im Vordergrund. Jeder, ob jünger oder älter, ob begabt oder schwächer, ob schneller oder langsamer, ob hochbegabt oder mit Bedarf an sonderpädagogischer Förderung kann entsprechend seiner Entwicklung erfolgreich lernen, kann anderen Hilfen geben oder von anderen Hilfe annehmen.

 In einer jahrgangsgemischten Lerngruppe gibt es neben Phasen des gemeinsamen
Lernens auch immer Phasen des individuellen Arbeitens. Es wechseln sich somit Formen der Gruppenarbeit mit denen der Einzelarbeit ab.

Die individuellen Fähigkeiten werden durch die Lehrer beobachtet, dokumentiert und in eine Lernempfehlung für den Schüler integriert. Die Vermittlung der Unterrichtsinhalte richtet sich somit in besonderem Maße nach den geltenden Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW.

Es besteht die Möglichkeit, dass ein Schüler aufgrund entsprechender Begabung schon nach drei Jahren die vorgeschriebenen Inhalte der Grundschule erreicht hat und dann auf die weiterführende Schule wechselt. Ebenso ist es möglich, dass die Grundschulzeit um bis zu zwei Jahre verlängert wird, wenn die grundlegenden Lernziele noch nicht erreicht sind.

 

 Pädagogischer Rahmen für den jahrgangsgemischten Unterricht
an der Freiherr-von-Eichendorff-Schule:

In jeder Lerngruppe sind alle Jahrgänge vertreten.

 

Jede Lerngruppe hat eine Klassenlehrerin. Während der gesamten Grundschulzeit wird jedes Kind von dieser Klassenlehrerin individuell begleitet, egal, ob es drei, vier oder bis zu sechs Jahre benötigt.

 

Jede Lerngruppe hat eine Partnerklasse, die im gleichen Flur liegt. Alle Lehrkräfte arbeiten als Team inhaltlich und pädagogisch eng zusammen.

 

In der Regel bilden wir kleine Klassen um die 22 Kinder.

 

1. Unterrichtssystem

Die Klassenlehrerinnen der Partnerklassen bilden mit den Fachlehrerinnen ein "Flurteam". Dieses Team gestaltet den Stundenplan und erteilt den Unterricht in den Lerngruppen. Die anstehenden Unterrichtsthemen und Projekte werden gemeinsam vorbereitet. Diese enge Zusammenarbeit wirkt sich besonders positiv auf die individuelle Lernbeobachtung und Förderung jedes einzelnen Kindes aus.

KinderAuch das Schulleben wird durch die Partnerklassen durch gemeinsame Aktivitäten wie Klassenfahrten, Klassenfeste, Ausflüge (Museumsbesuch, Zoofahrt, Theaterfahrt, usw.) bereichert. Im Vertretungsfall ist die Klassenlehrerin der Partnerklasse Ansprechpartner für Kinder und Eltern, so dass der Unterricht erfolgreich weiterlaufen kann.

Die vielfältigen Kontakte und Freundschaften der Kinder untereinander verstärken wir dadurch, dass Mathematik- und Englischkurse nur aus Kindern der Partnerklassen gebildet werden.

Mathematik:

Mathematik wird in Kursen 1/2 und 3/4 von Lehrerinnen des Flurteams unterrichtet. Somit kennen sich die Kinder untereinander sehr gut, und auch die Zusammenarbeit der Lehrkräfte erfolgt Hand in Hand, da sie die Kinder während ihrer Schullaufbahn durchgängig begleiten.

Durch die zeitliche Parallelität im Stundenplan können die Kinder, die die Lernziele der Schuleingangsphase (Klasse 2) erreicht haben, auch innerhalb des Schuljahres in den höheren Kurs wechseln.

Englisch:

Der Englischunterricht wird in der gleichen Kurszusammensetzung wie in Mathematik mit möglichst derselben Lehrkraft unterrichtet.  

Eine Besonderheit unserer Schule ist, dass wir Englisch von Anfang an unterrichten. Bereits vom ersten Schultag an lernen die Kinder in spielerischer Form mit der Weltsprache Englisch umzugehen.

Da die Stundentafel des Landes NRW für die Jahrgänge 3 und 4 mehr Unterricht vorsieht, erhalten unsere Kinder in Deutsch und Sachunterricht wöchentlich zusätzlich 4 Stunden. Uns ist es in den Kursstunden besonders wichtig, dass die Klassenlehrerin ausschließlich die Kinder ihrer Lerngruppe unterrichtet. Sie kennt die Kinder (im Gegenteil zu weit verbreiteten Förderkursen bei wechselnden Lehrkräften) vom ersten Tag an und ist somit in der Lage, Lerninhalte noch individueller zu vermitteln und zu vertiefen.

2. Individuelle Förderung

Nach den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW hat jedes Kind ein Recht auf individuelle Förderung. Durch die Jahrgangsmischung  tragen wir dieser Forderung in besonderem Maße Rechnung. Dies bestätigt auch die Vergabe des Gütesiegels Individuelle Förderung, welches uns von der Schulministerin des Landes NRW verliehen wurde. Ausführliche Informationen zur individuellen Förderung an unserer Schule erhalten Sie in unserem Schulprogramm.

3. Materialien

Bei der Auswahl unserer Unterrichtsmaterialien achten wir besonders darauf, dass sie die Kinder beim individuellen und selbstständigen Arbeiten unterstützen. Durch das anwachsende Interesse vieler Schulen an dieser Arbeitsform bieten die Schulbuchverlage bereits eine immer größer werdende Auswahl an geeigneten Lehrmaterialien an.

 

4. Hausaufgaben 

Hausaufgaben dienen in der Regel der Vertiefung des erarbeiteten Lernstoffes. Jedes Kind erhält zur optimalen Förderung individuelle Hausaufgaben. Die Hausaufgabenzeit beträgt in der Regel für Erst- und Zweitklässler 30 Minuten pro Tag und für Dritt- und Viertklässler ca. 45 Minuten. Gemeint ist dabei die reine Arbeitszeit.

 

5.     Lernzielkontrollen und Klassenarbeiten 

Zur Überprüfung des individuellen Lernstands werden von Anfang kleine Lernzielkontrollen durchgeführt. Je nach Lernstand kann dies zu unterschiedlichen Zeiten erfolgen. Vom Ergebnis dieser kleinen Tests hängt die weitere Förderung des Kindes ab. Beherrscht es den gelernten Lernstoff gut, kann es weiterarbeiten. Zeigen sich Schwierigkeiten, übt das Kind, bis es die zur Weiterarbeit wichtigen Inhalte sicher beherrscht. So ist es möglich, dass Kinder einen Teil des Unterrichtsstoffes überspringen können, während sich andere länger mit einem Inhalt befassen. In den Jahrgängen 3 und 4 werden regelmäßig Klassenarbeiten geschrieben.

 6. Leistungsbeurteilungen und Zeugnisse

In der Schuleingangsphase beobachtet und dokumentiert die Lehrkraft die Fortschritte. Bei Elterngesprächen dienen diese Aufzeichnungen der Information und Beratung, damit Schule und Elternhaus optimal zusammenarbeiten können. Am Ende des Schuljahres erhalten die Kinder ein Zeugnis mit individuellem Lernbericht. In der Schuleingangsphase werden keine Zensuren erteilt.

In den Jahrgängen 3 und 4 enthalten die Klassenarbeiten und Zeugnisse Zensuren. In der 4. Klasse werden ausführliche Beratungsgespräche durchgeführt, um den Kindern und Eltern wichtige Entscheidungshilfen für den Wechsel an die weiterführende Schule zu geben.